Home
Ville-Gymnasium der Stadt Erftstadt - Schwalbenstraße 1 - 50374 Erftstadt-Liblar - Tel.: 02235/922253 - Fax: 02235/922255 - E-Mail: sekretariat@ville-gymnasium.de   /   04.07.2020

Wir alle hatten schon einmal die Themen „Globalisierung“ bzw. „Strukturwandel im Ruhrgebiet“ als Unterrichtsreihe, doch wie kann man sich diesen eigentlich vorstellen? Das und vieles mehr erkundete der Erdkunde LK.

Was ist mit all den alten Kohlebergwerken und den Zechen geschehen? Wie hat sich das Ruhrgebiet innerhalb weniger Jahrzehnte so schnell umstrukturieren können? Und vor allem, hat es das ganze Ruhrgebiet geschafft vom Bergbau und der Schwerindustrie  in die Dienstleistungsbranche umzusteigen?
All diesen Fragen sind wir, der Erkunde LK der Stufe 11 unter der Leitung von Frau Buchmüller-Lohest, nachgegangen, indem wir eine Exkursion in den „Ruhrpott“ unternahmen.
Am 2.4.2014 brach unser LK in Begleitung von Frau Buchmüller-Lohest und Herrn Mainz in einem kleinen, gemütlichen Reisebus in Richtung Dortmund auf. Dortmund wählten wir als erstes Ziel, da wir uns dort die Zeche Zollern 2/4 anschauen wollten, um noch einmal Genaueres über den jahrzehntelang vorherrschenden Kohleabbau zu lernen.


Um etwa halb 11 erreichten wir dann bei strahlendem Sonnenschein das Gelände der Zeche. Dort wurden wir von einem freundlichen Herrn durch den Komplex geführt und erfuhren, neben den recht trockenen Fakten, vielerlei neue Informationen über das Leben der Arbeiter und die Hürden, die sie zu meistern hatten. Fakt ist, dass ca. 3000 Arbeiter pro Schicht unter Tage per Hand Kohle in den ca. 50 cm hohen Flözen abbauen mussten. Zudem mussten diese ständig mit der Angst leben, dass es zu Schlagwetterexplosionen kommt – Explosionen, die entstehen, wenn sich Luft mit Methan zu Grubengas vermischt, was durch Funken leicht entzündlich ist. Das Abschlagen des Gesteins befördert außerdem Quarzstaub in die Luft, der wie Rasiermesserklingen die Lunge zerschneiden kann, so dass diese unwiderruflich vernarbt und die Arbeiter nach 2-4 Jahren an Atemnot versterben.
Für all diese Gefahren bekamen die „Kumpel“ gerade einmal 1,60 DM pro Tag – keine Frage, dieser Lohn stand nicht in Relation zu der lebensgefährlichen Arbeit unter Tage. Der Wunsch vieler, meist ausländischer Arbeiter, Geld zu sparen um dann wieder nach Hause zu ihrer Familie zurückzukehren, löste sich oftmals in Luft auf.
Als Krönung der Führung wurden wir in die Maschinenhalle geführt, die repräsentativ für die ganze Zeche war. Schon das Jugendstiltor wirkt majestätisch mit seinen vielen bunten kleinen Fenstern. In der Halle selbst stehen viele gewaltige Maschinen, wie Generatoren oder Dampfmaschinen, die zum Teil heute noch einsatzfähig wären.
Zudem stiegen noch einige von uns auf einen Wetterschacht-Turm, von dem aus wir eine wunderschöne Aussicht über das ganze schlossartig arrangierte Gelände hatten.
Als nächstes fuhren wir nach Wuppertal, um dort mit der berühmten Schwebebahn zu fahren, aus der schon vor 60 einmal ein Elefant gefallen ist. Keine Sorge, dem Elefanten namens Tuffi ist nichts Schlimmes außer ein paar Schrammen zugestoßen, doch der Werbegag verlief wohl nicht so wie es geplant war. Die Reporter verschreckten den tierischen Genossen so sehr, dass dieser sich gegen die Tür drückte, da diese nicht auf 5 Tonnen ausgelegt war, brach sie auf. Doch Tuffi musste nach seinem Sturz nicht mehr zurück in seinen Zirkus, da er von da an als Maskottchen der Milchmarke Tuffi diente.
In Wuppertal angekommen, durften wir die Innenstadt begutachten und dann eine Runde mit der Schwebebahn fahren. Bei der Rundfahrt stellten wir fest, dass sich viele leere Industriehallen entlang der Wupper häuften, was unsere Vermutung, dass Wuppertal den Strukturwandel noch nicht geschafft hat, bestätigte.
Nach der Fahrt machten wir uns dann, nach einem langen aber schönen Tag, auf den Rückweg. Letztlich lässt sich sagen, dass den Kursteilnehmer/innen mehrheitlich die Exkursion gefiel und wir diese den anderen Kursen weiterempfehlen können. Wer sich für die  Geschichte des Bergbaus interessiert ist, wird von der Zeche Zollern bestimmt nicht enttäuscht werden.
Alisa Ghafory, Schülerin des Erdkunde LK´s der Stufe 11