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Im Unterricht des 9er Differenzierungskurses Gesellschaftswissenschaften wurde am Montag, dem 23. April, Geschichte im wahrsten Sinne des Wortes lebendig.

Nachdem die Schülerinnen und Schüler sich in den vorhergehenden Wochen mit dem Thema Flucht und Vertreibung von Deutschen nach dem zweiten Weltkrieg beschäftigt hatten, konnte ihr Kurslehrer, Herr Schwieren, durch Vermittlung des Bundesverbandes der Vertriebenen Herrn Bandilla und seine Frau aus Erftstadt-Friesheim als Gäste im Unterricht begrüßen.

Gerd Bandilla, Jahrgang 1934, musste mit seiner Familie 1945 aus seiner ostpreußischen Heimat fliehen und kam erst nach einer 4-jährigen Odyssee im Rheinland an. Hier lebte er sich – wie er sagte – schnell ein und lernte in den fünfziger Jahren auf einem Vertriebenentreffen seine Frau kennen, die aus demselben Kreis stammt wie er.

In lebhaften Schilderungen berichtete Gerd Bandilla zuerst von seiner Flucht und der Zeit, in der er zusammen mit seiner Familie von russischen Truppen an der Weiterreise gehindert wurde. Anschließend hatten die Schülerinnen und Schüler Gelegenheit, Fragen zu stellen nach seiner Kindheit im Nationalsozialismus, nach der Aufnahme im Rheinland oder nach den Gefühlen, die ihn und seine Frau umtreiben, wenn sie heutzutage in ihre alte Heimat reisen. Aber auch die Frage, welche Haltung er mit seiner eigenen Fluchterfahrung gegenüber den heute nach Deutschland kommenden Flüchtlingen einnimmt, war Thema.

Die Schülerinnen und Schüler freuten sich über einen sehr anschaulichen Geschichtsunterricht mit Informationen „aus erster Hand“.

A. Schwieren