Lernzeiten und Hausaufgaben
Ville-Gymnasium der Stadt Erftstadt - Schwalbenstraße 1 - 50374 Erftstadt-Liblar - Tel.: 02235/922253 - Fax: 02235/922255 - E-Mail: sekretariat@ville-gymnasium.de   /   23.10.2017

Eine wesentliche Veränderung, die mit dem Ganztag einhergeht, betrifft den Bereich Hausaufgaben. Mit der Einführung von Lernzeiten an den Langtagen (Montag, Mittwoch, Donnerstag) werden Hausaufgaben zu Schulaufgaben. Die Schüler*innen arbeiten in der Lernzeit A grundsätzlich eigenverantwortlich an ihren jeweiligen Aufgaben. Es gibt jedoch immer die Möglichkeit, fachliche Hilfe durch Lehrer in Anspruch zu nehmen. Im idealen Fall sind die Hauptfachlehrkräfte zugleich auch die Lernzeit-Lehrkräfte einer Klasse. Er/sie kennt die Schüler*innen gut und kann unterstützende Hilfe beim Anfertigen der Aufgaben leisten (vor allem im Hinblick auf methodisches Arbeiten).
Dies soll dazu beitragen, dass nicht nur Lernschwierigkeiten bei einzelnen Schüler*innen rechtzeitig bemerkt werden, sondern auch besondere Fähigkeiten erkannt und gefördert werden.



Veränderte Rahmenvorgaben
Seit dem 1. August 2015 gilt ein neuer Erlass, der veränderte Vorgaben zum Umfang und zur Gestaltung von Hausaufgaben an Ganztagsschulen macht: Er sieht neben einer reduzierten Arbeitszeit von 60 bzw. 70 Minuten pro Tag auch vor, dass schriftliche Hausaufgaben nur noch in schulischen Lernzeiten angefertigt werden.
Unter Lernzeiten sind Zeiten zu verstehen, „in denen Schüler/innen eigenständig ihre Aufgaben bearbeiten. Sie können in den Unterricht integriert sein oder außerhalb des Unterrichts stattfinden und werden durch eine Lehrkraft oder pädagogische Fachkraft begleitet. In den Lernzeiten können z.B. Wochenplanarbeit, Arbeits- und Übungsstunden oder Bearbeitung der Hausaufgaben stattfinden“ (Ganztagsschule NRW 2011, S.24).
Aufgrund dieser Vorgabe haben wir die sogenannte Lernzeit B am Dienstag eingerichtet, die nach einer vorgeschriebenen Mittagspause in der 8. Stunde beginnt (vgl. Erlass 2.7). In dieser Lernzeit B werden wie in der Lernzeit A an den Langtagen Aufgaben bearbeitet, „die eine Lehrkraft auf der Grundlage didaktischer und/oder pädagogischer Zielsetzungen erteilt und die von den Schülerinnen und Schülern in der Regel außerhalb des Unterrichts in mündlicher, schriftlicher oder praktischer Form zu bearbeiten sind“ (Dedekind/Lobemeier 2008, S.3).
Da wir als Schule sicherzustellen haben, dass ein Nachmittag frei von Nachmittagsunterricht „oder anderen pflichtigen Angeboten“ (2.4) bleibt, gibt es am Freitag die Lernzeit C, in der alle Schüler*innen zu Hause arbeiten, allerdings nur an nicht schriftlichen Hausaufgaben.

Das neue Lernzeitenkonzept
Die Arbeitsgruppe hat zwei neue Lernzeiten entwickelt, die sogenannte Lernzeit B und die Lernzeit C. Neben der bisherigen Lernzeit an den drei Langtagen (Lernzeit A), kommen eine Lernzeit B am Dienstag und eine Lernzeit C am Freitag hinzu.

 

 Lernzeit A:
 alle in der Schule
 3 x 45 Minuten

 Lernzeit B am Dienstag:
 Lernort wählbar
 
Schule oder zu Hause

Jahrgangsstufen 5/6:
 45 Minuten
 Jahrgangsstufen 7-9:
 90 Minuten

 Lernzeit C am Freitag:
 alle zu Hause
 nicht schriftliche Hausaufgaben
 Jahrgangsstufen 5-7:
 max. 60 Minuten
 Jahrgangsstufen 8/9:
 max. 75 Minuten

 

 

 

Lernzeit B
Die Lernzeit B am Dienstag dauert in den Jahrgangsstufen 5 und 6 45 Minuten (= eine Schulstunde), in den Jahrgangsstufen 7 bis 9 90 Minuten (= zwei Schulstunden). Die Arbeitsgruppe hat sich an dieser Stelle für eine Differenzierung in Abhängigkeit vom Alter entschieden.
Als Schule dürfen wir über den Umfang und die Verteilung von Hausaufgaben entscheiden (vgl. Erlass 4.6). Da am Freitag nur nicht schriftliche Hausaufgaben gemäß Erlass zu Hause erledigt werden dürfen, haben wir am Dienstag den Richtwert von 60 bzw. 75 Minuten Arbeitszeit pro Tag für die Jahrgangsstufen 7 bis 9 bewusst ein wenig überschritten, um hier ausreichend Raum für schriftliche Hausaufgaben zu geben.
Die Lernzeit B ist für alle Schüler*innen der Jahrgangsstufen 5 bis 9 verpflichtend, allerdings können Sie als Eltern entscheiden, ob Ihr Kind diese Lernzeit in der Schule oder zu Hause wahrnimmt, d.h. der Lernort ist frei wählbar. Dies war der Wunsch sowohl der Eltern, die beim Informationsabend im November anwesend waren, als auch die Position der Eltern, die in der Arbeitsgruppe mitgewirkt haben.
Wenn Sie sich für die schulische Lernzeit B am Dienstag entscheiden, müssen Sie Ihr Kind verbindlich für ein Halbjahr anmelden. Die Schüler*innen werden während der Lernzeit vom Kolping-Bildungswerk Köln, Oberstufenschülern und/oder einer Lehrkraft beaufsichtigt.
Sollte ein Kind vor Ende der Lernzeit mit seinen Aufgaben fertig sein, so gibt es ein Spiel- und Betreuungsangebot bis zum Ende der 8. bzw. 9. Stunde. Eltern, die ihr Kind in der Übermittagsbetreuung angemeldet haben, müssen diesen Dienstag in Zukunft nicht mehr bezahlen, da es sich um ein Angebot für alle Schüler*innen unserer Schule handelt.

Lernzeit C
Die Lernzeit C am Freitag findet zu Hause statt. In dieser Lernzeit sind – sofern vorhanden – nicht schriftliche Hausaufgaben zu erledigen (vgl. Erlass 4.2), wie zum Beispiel Texte lesen, Vokabeln auswendig lernen, Unterrichtsinhalte wiederholen, im Internet recherchieren und Klassenarbeiten vorbereiten.
Der zeitliche Rahmen der Lernzeit C umfasst in den Jahrgangsstufen 5 bis 7 maximal 60 Minuten, in den Jahrgangsstufen 8 und 9 maximal 75 Minuten (vgl. Erlass 4.4).

Die Arbeitsgruppe „Lernzeiten“ hat dieses Modell in der Überzeugung entwickelt, die Vorgaben des Erlasses mit den unterschiedlichen Bedürfnissen der Schule, der Eltern und der Schülerschaft in Übereinstimmung gebracht zu haben.

Wichtige Textauszüge aus dem Erlass „Unterrichtsbeginn, Verteilung der Wochenstunden, Fünf-Tage-Woche, Klassenarbeiten und Hausaufgaben an allgemeinbildenden Schulen“ (seit dem 1. August 2015 in Kraft)

  • 2.4 Nachmittagsunterricht an Ganztagsschulen
    Die Schulen achten darauf, dass die einzelne Schülerin oder der einzelne Schüler ausreichend Zeit erhält, um auch an außerschulischen Angeboten teilnehmen zu können. Das bedeutet, dass mindestens ein Nachmittag pro Woche frei von Nachmittagsunterricht oder anderen pflichtigen Angeboten ist.
  • 2.7 Dauer der Mittagspause
    In der Sekundarstufe I dauert die Mittagspause zwischen dem Vormittagsunterricht und dem Nachmittagsunterricht 60 Minuten […] Unterschreitungen von höchstens 15 Minuten […] sind aus organisatorischen Gründen mit Zustimmung der Schulkonferenz zulässig.
  • 2.8 Aufsicht und Verpflegung in der Mittagspause
    Schülerinnen und Schüler, die in der Mittagspause nicht nach Hause gehen können, müssen sich in einem geeigneten Raum, aber auch im Freien aufhalten können. Die Schule gewährleistet die Aufsicht. Während der Mittagspause sollen für die Schülerinnen und Schüler, die in der Schule bleiben, Speisen und Getränke für eine einfache Mahlzeit zum Kauf angeboten werden.
  • 4.2 Hausaufgaben an Ganztagsschulen
    An Ganztagsschulen treten in der Sekundarstufe I Lernzeiten an die Stelle von Hausaufgaben. Die Lernzeiten sind so in das Gesamtkonzept des Ganztags zu integrieren, dass es in der Regel keine schriftlichen Aufgaben mehr gibt, die zu Hause erledigt werden müssen.
  • 4.4 Zeitlicher Umfang von Hausaufgaben
    Hausaufgaben sind so zu bemessen, dass sie, bezogen auf den einzelnen Tag, in folgenden Arbeitszeiten erledigt werden können: In der Sekundarstufe I für die Klassen 5 bis 7 in 60 Minuten, für die Klassen 8 bis 9 in 75 Minuten.
  • 4.6 Zuständigkeiten
    Die Schulkonferenz beschließt zu den Nummern 4.2 oder 4.3 ein auf die Sekundarstufe I bezogenes Konzept, das insbesondere den Umfang und die Verteilung von Hausaufgaben beinhaltet. Für Ganztagsschulen soll das Konzept auch die Einbindung der Hausaufgaben in Lernzeiten umfassen.


Zentrales Hilfsmittel für die Zeitplanung im gebundenen Ganztag ist der von uns konzipierte Lernplaner, den alle Schüler*innen führen. Er dient der Unterstützung des eigenverantwortlichen Lernens. Jede Schülerin und jeder Schüler nimmt individuell die Zeiteinteilung vor, setzt sich selbst Ziele für die Arbeitsstunden und die unterrichtsfreien Nachmittage und übt nach und nach den selbstständigen Umgang mit Materialien und Aufgaben ein.