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Ville-Gymnasium der Stadt Erftstadt - Schwalbenstraße 1 - 50374 Erftstadt-Liblar - Tel.: 02235/922253 - Fax: 02235/922255 - E-Mail: sekretariat@ville-gymnasium.de   /   12.02.2026

Am Sonntag, in der Frühe, sind 21 Schülerinnen und Schüler des Ville-Gymnasiums, Herr Dr. Hammes-Therre, Frau Drehsen und Herr Kröger nach Israel gereist. Der Austausch geht in sein 38. Jahr und wir sind stolz, Teil dieser großen Tradition sein zu dürfen.

Dass uns in diesem Jahr unser Schulleiter, Dr. Hammes-Therre, begleitet, hat hier große Begeisterung und förmliche Begrüßungen ausgelöst. Die Bürgermeisterin war gestern Abend zu einer kleinen Feier hier in unserer Partner-Schule in Yehud und auch deren Schulleiter empfindet dies als große Ehre. Zusätzlich gab es auch Falafel und Spiele.


Die Ankunft am Flughafen war sehr herzlich, die Gruppe kannte sich ja schon von dem Besuch unserer israelischen Freunde in Erftstadt im Februar dieses Jahres. Dort hatten die Jugendlichen sich angefreundet, viel erlebt und sind schon zu einer Gruppe zusammengewachsen.
Nun sind unsere Schüler*innen natürlich gespannt, wie das Leben in Israel ist. Am Montag früh waren sie im Unterricht in unserer Partnerschule, der High School von Yehud, und lernten israelischen Unterricht kennen.
Anschließend trafen wir hier in der Schule Rina, eine 92 jährige Holocaust-Überlebende, die uns aus ihrem Leben erzählt hat. Alle waren sehr aufgeregt, da dies für die meisten Schüler*innen das erste Mal war, dass sie eine solche beeindruckende Erfahrung machen konnten, zumal wir sicherlich zu den letzten Gruppen gehören, die noch jemanden treffen, der dieses Grauen überlebt hat.

 

 


Später stand dann eine Fahrt nach Tel Aviv/Jaffa auf dem Programm, wo wir einen ersten Eindruck vom modernen Leben in Israel bekommen haben.
Morgen früh fahren wir nach Yad Vashem, der größten Holocaust-Gedenkstätte der Welt. Dort werden wir eine dreistündige Führung und einen kleinen Workshop mitmachen. Später geht es weiter mit dem Bus Richtung Totes Meer. Auf dem Weg werden wir ein bisschen von Westjerusalem sehen. Die Altstadt werden – mit Rücksicht auf Sicherheitsbedenken – nicht besuchen.
In der Wüste und am Toten Meer in Masada werden wir übernachten und dabei morgen Nacht den Supermond in all seiner Schönheit bewundern :). Wenn wir es schaffen, aktualisieren wir dann diesen kleinen Bericht von unseren Erfahrungen in Israel noch einmal.
Frau Drehsen und Herr Kröger
14.11.2016

Fortsetzung:
Wir sind jetzt seit zwei Tagen unterwegs auf unserer Reise durch Israel. Es gehört zum Austausch in Israel dazu, dass unsere Gastgeber uns ihr Land zeigen wollen. Traditionell ist auch, dass wir zu Beginn in Yad Vashem waren und dort eine bedrückende und beeindruckende dreistündige Führung durch das Museum hatten. In der Reflexion danach waren sich alle einig, dass es etwas Besonderes ist, dass 70 Jahre später die Folgegenerationen dies zusammen reflektieren und gemeinsam eine großartige Zeit miteinander verbringen. Der Wunsch, die Welt zu einem besseren Ort machen zu wollen, ist ein Ergebnis der Diskussion.


Heute haben wir Masada besucht, das für die israelische Gesellschaft eine besondere Bedeutung hat, da sich dort vor 1950 Jahren aufständische Juden nicht dem römischen Imperium ergeben haben. Masada war ein ehemaliger Palast von Herodes, in den sie sich zurückgezogen hatten.

Unsere Jugendlichen waren dann noch im Toten Meer schwimmen, ein Muss für einen Israelbesuch. Jetzt sind wir in einem Kibbuz am See Genezareth, der einen Hostelbetrieb hat. Es ist alles sehr aufregend. Heute hat uns der Schulleiter der Yehud Comprehensive High School, Haim Badash, besucht. Alles ist sehr gastfreundlich und schön. Mit anzusehen, wie sehr sich die Jugendlichen miteinander anfreunden, ist das Größte an diesem Austausch.


16.11.2016. Nordwestlich von See Genezareth

Fortsetzung:
Am nächsten Morgen sind wir an das Ufer des See Genezareth gefahren und haben uns zwei Kirchen angeschaut: St Peter und Tabgha, die beide an Jesus und sein Wunder der Brot- und Fischvermehrung erinnern. Schön ist auch die Lage an dem wirklich großen und beeindruckenden See mit Süßwasser, der in Israel Kinneret oder Sea of Galile heißt.

Anschließend sind wir aufgebrochen, um im Norden am Westrand der Golanhöhen einen ehemaligen syrischen Militärstützpunkt zu besichtigen, der auf das Jordantal hinabblickt. Dieses schwierige Kapitel der israelischen Geschichte, das auf die Folgen des 6-Tage-Krieges zurückblickt, wurde von unserem Guide, einem jüdischen Israeli, doch recht ausgewogen dargestellt. Die Golanhöhen sind bis heute ein Faustpfand in den Händen der Israelis, das Gebiet gehört völkerrechtlich zu Syrien. In einem möglichen Friedensvertrag in nicht absehbarer Zukunft mag dieses Gebiet dann wieder an Syrien zurückgegeben werden, auch wenn das Gebiet heute in den Staat Israel integriert ist. Ganz schön spannend alles, wenn man bedenkt, dass kaum 100 km weiter östlich der Krieg in Syrien zwischen dem IS, dem Assad-Regime und Aufständischen mit Beteiligung der USA und Russlands in vollem Gange ist.

Nach diesem kleinen interessanten Zwischenstopp sind wir zu einem der Zuflüsse des Jordans gefahren, dem Dan. Das ist in mancher Hinsicht interessant. Erstens ist es landschaftlich sehr fruchtbar und schön, zweitens soll dort der Garten Eden gewesen sein, und es zeigt drittens, wie wichtig die Ressource Wasser in der Region ist. Hier sind wir ein wenig gewandert und haben unsere Mittagspause gemacht.

Dann sind wir mit dem Bus in einer längeren Fahrt an die Westküste nach Rosh Hanikra gefahren, einen Ort, der einerseits wunderschöne Höhlen hat, die das Meer in die Felsen gespült hat, wir hatten recht stürmische See und eine wunderschöne Abenddämmerung. Andererseits ist es auch ein historischer Ort, da dort von den Briten Tunnel für eine Eisenbahnverbindung zwischen Beirut und Kairo gebaut wurden, die aber nur in Teilen und nur für sehr kurze Zeit funktionierten. Die Palmach, eine jüdische militärische Brigade, sprengte dann eine wichtige Brücke dieser Verbindung in die Luft, so dass sie nie wieder ihren Betrieb aufnahm. Nebenbei ist dieser Ort ein Grenzort zwischen Israel und dem Libanon.

Abends fuhren wir nach Akko, wo wir innerhalb der Altstadtmauern unsere Jugendherberge bezogen.

Morgens haben wir die Altstadt von Akko besichtigt. Akko zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass es dort, ebenso wie in Jaffa, ein überwiegend gelungenes Zusammenlebens von arabischen und jüdischen Israelis gibt. Wir haben dort den bunten Markt erforscht und mit einer kleinen Gruppe auch eine für den Islam in Israel wichtige Moschee besichtigt.

Dann sind wir zu dem Heiligtum der Bahai gefahren, der Gründer der Religionsgemeinschaft hat dort im Exil gelebt ist dort auch beerdigt. Die Bahai-Religion ist recht jung. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts entstand sie in Persien. Sie bezieht sich auf die monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam und ihr wichtigstes Merkmal ist die Suche nach dem Verbindenden zwischen den Menschen und den Religionen. Die Bahai sind zwar nicht so bekannt, aber ihr Garten in Haifa ist das Wahrzeichen der Stadt und populär.

Während unserer Fahrt durch Haifa, haben wir die Stadt nur noch aus dem Bus heraus sehen können und erst wieder in Caesarea, dem alten römischen Hafen, einen Stopp eingelegt. An diesem Ort haben wir eine Abschlussrunde gehalten und überlegt, was gut und was nicht gut war.

Anschließend sind wir nach Yehud zurückgekehrt und haben uns erst am nächsten Abend zur Abschiedsparty im Haus von Gastgebern wieder getroffen.

Den Samstag, Schabbat, hat jeder mit seiner Familie verbracht, manche sind ans Meer gefahren, manche haben den Tag in der Altstadt von Jerusalem verbracht.

Am Sonntagmorgen ging es dann zum Flughafen und so sind wir Sonntag um 18:00 Uhr alle wieder zu Hause gelandet.

Nun sind wir also wieder zurück und blicken auf eine tolle, aufregende und ereignisreiche Woche zurück. Dass es jetzt dort, wo wir waren, angefangen hat zu brennen, ist sehr tragisch. Wir hoffen, dass die Brände schnell gelöscht werden können und es vor allem bald regnet.

 Achim Kröger

Danke für euren Bericht und die Bilder.