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Ville-Gymnasium der Stadt Erftstadt - Schwalbenstraße 1 - 50374 Erftstadt-Liblar - Tel.: 02235/922253 - Fax: 02235/922255 - E-Mail: sekretariat@ville-gymnasium.de   /   20.09.2019

 

Am Montag, dem 18. März stand nicht einfach nur ein Mensch mit einem interessanten „Lebensweg“ unseren Schülerinnen und Schülern Rede und Antwort. Vielmehr engagiert sich unser Gast, Barei Efraim Sarwar, in der Organisation mit dem irritierend klingenden Namen „Rent a Jew“ und wurde uns von dieser vermittelt.

Aus der Erfahrung, dass Vorurteile vorzugsweise gegenüber Menschen gepflegt werden, von denen man nichts weiß, weil man sie gar nicht kennt, hat es sich die Organisation zur Aufgabe gemacht, jüdische und nicht-jüdische Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen. Dies passt wunderbar zu unserem Anliegen, „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ zu werden.

Barei Sarwar hatte zum einen Interessantes aus seinem bewegten Leben zu erzählen. Geboren in Berlin, ist er vorwiegend bei Stuttgart aufgewachsen, hat zwischendurch in den USA gelebt und studiert nun, mittlerweile mit einer jüdischen Frau verheiratet und Vater von zwei Kindern, in Düsseldorf Medizin. Unseren Schüler*innen riet er, sich rechtzeitig um einen guten Abiturschnitt zu bemühen, damit sie nicht so lange wie er auf einen Studienplatz warten müssten. Seinen Bericht über seine Zeit in den USA verband er mit dem Aufruf an die Schülerinnen und Schüler, mit einer offenen Einstellung und neugierig in die Welt hinauszugehen.

Zahlreiche Schüler*innen hatten vorher Fragen formuliert, die unserem Gast von Clara G. und Neele R., die das Interview zusammen mit Herrn Schwieren führten, gestellt wurden. Anknüpfend an ihren letzten Israel-Austausch stellten diese ebenso Fragen zur politischen Lage in Israel, wie auch zum bei uns in Deutschland und in Europa nach wie vor bestehenden Antisemitismus, der sich vor allem im Internet sehr ungeniert austobe, so unser Gast.

Zum Schluss demonstrierte Barei Sarwar, der mit seiner Familie nach den jüdischen Vorschriften lebt, wie er sich zum Gebet vorbereitet. Er legte zu diesem Zweck seinen Gebetsmantel, den Tallit, und seine Gebetsriemen, die Tefillin, mit der Gebetskapsel, in der sich – auf ein Papier geschrieben – das wichtigste jüdische Gebet, das Shma Israel (Höre Israel), befindet, an und erzählte, dass er dies jeden Morgen so halte.

Als Geschenk hatte er koschere Kekse mitgebracht, die nach den jüdischen Vorschriften zur Essenzubereitung gebacken waren und bei unseren Schüler*innen regen Zuspruch fanden.
Diese „Lebenswege“ Stunden waren – nach übereinstimmender Einschätzung – sehr interessant, auch weil unser humorvoller und lebhafter Gast die vielen Fragen der interessierten Schüler*innen geduldig und kenntnisreich beantworten konnte.